DIE ARCHE-FERIEN

Während den «Arche-Ferien» werden die Patienten mit ihren Familien von einem Fachteam aus dem Spital begleitet: Neben der Ärztin oder dem Arzt und zwei Pflegefachpersonen, alle mit Spezialausbildung in pädiatrischer Onkologie, gehören Pädagogen/Pädagoginnen, Sportlehrer/Sportlehrerin, Psychologe/Psychologin, Sozialarbeiter/Sozialarbeiterin und Praktikanten/Praktikantinnen durchgehend oder zeitweise zum Betreuerteam. Die Eltern sollen die Verantwortung für die Gesundheit ihres Kindes während den sieben Ferientagen abgeben können. Die Anwesenheit und ständige Verfügbarkeit von kompetenten Pflegefachpersonen und eines/einer mit allen Belangen der pädiatrischen Onkologie vertrauten Arztes/Ärztin macht es möglich, entsprechende Probleme an Ort und Stelle zu lösen. Für Notfallsituationen ist gesorgt, und auch Leukämie- und Tumorbehandlungen können ohne Unterbrechung vor Ort weitergeführt werden. Auch schwerst kranke Kinder sollen an den «Arche-Ferien» teilnehmen können, ohne während dieser Zeit auf die nötige Behandlung und Pflege verzichten zu müssen. Dass ein/eine Arzt/Ärztin sowie die Pflegefachpersonen auch nachts erreichbar sind, gibt den Eltern Sicherheit.

Jeder/jede Patient/in bringt seine ganze Familie mit: Mutter, Vater, Schwestern und Brüder, damit alle Familienmitglieder wieder etwas gemeinsam unternehmen und erleben können. Die Betreuung der Kinder, zum Beispiel im „Ferien-Kindergarten“ und in der „Ferien-Krabbelgruppe“ während der Morgenstunden, ermöglicht den Eltern aber auch, ihren eigenen Interessen nachzugehen und endlich wieder Zweisamkeit zu geniessen. Malen, Musizieren, Textiles Gestalten, Theaterspiel und Singen können im Inneren verborgene Gefühle wecken und befreiend wirken. So werden die Ferien zur Quelle, aus der Patienten und ihre Familien die zur Bewältigung ihrer Aufgaben notwendige Kraft schöpfen.

Angepasste gemeinsame sportliche Betätigung steigert das körperliche und seelische Wohlbefinden aller, stärkt die gesunden Anteile und fördert das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Die Kinder entdecken in der Gruppe, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht alleine sind, was entscheidend zur Krankheitsbewältigung beitragen kann. Nicht selten entstehen aus den Bekanntschaften der Ferienwoche langjährige Freundschaften. Gespräche tagsüber oder am Abend mit anderen Betroffenen oder Betreuenden befreien aus der Isolation. Reden können und Zuhören, Verstehen und Verstanden werden stärkt bei Patienten, Eltern, Geschwistern und Betreuenden das Gefühl der Solidarität. Schliesslich lässt die geringe Distanz des Ferienortes zum Spital eine allfällige Notfallhospitalisation nicht zur Katastrophe werden und erleichtert den Austausch mit dem Zentrum.

Der Hotelkomfort entlastet den im Haushalt tätigen Elternteil von den täglichen Aufgaben und Pflichten. Die Möglichkeit, jeder Familie ein eigenes Appartement zur Verfügung stellen zu können hilft mit, trotz gemeinsamer Ferien die Intimsphäre der Familie zu bewahren.